Der Bundesverband Deutsche GBS-Vereinigung e.V.

Das Guillain-Barrè-Syndrom ist eine sehr seltene Erkrankung, bei der das eigene Immunsystem die peripheren Nerven angreift und zu einer rasch zunehmenden Muskelschwäche bis zur kompletten Lähmung der Arme und Beine führen kann.

Eine sehr wichtige und sehr oft die weitaus längere Phase der Genesung beginnt nach der Entlassung der Patienten aus der Reha. Damit verbunden ist auch der Wegfall einer rund um die Uhr Betreuung. Der Bundesverband Deutsche GBS-Vereinigung e.V. ist der Meinung, dass in dieser Zeit für viele der Patienten eine aktive Unterstützung sehr wichtig ist. Dabei sind eine kontinuierliche physiotherapeutische und ergotherapeutische Betreuungen, sowie eine teilweise psychische Betreuung von großer Bedeutung.

Schwerpunkt der Arbeit des Bundesverband Deutsche GBS-Vereinigung e.V. liegt in der weiteren Popularisierung der Krankheit, unter dem Aspekt der Früherkennung insbesondere durch die Hausärzte. Dabei ist eine intensive Zusammenarbeit mit dem wissenschaftlichen Beirat von wesentlicher Bedeutung, um gemeinsam spezielle Akutkliniken und Rehabilitationskliniken für GBS-Erkrankte zu empfehlen. Beratenden Fachtherapeuten werden in die Vorstandsarbeit eingebunden um somit bessere Unterstützung in diesem Bereich geben zu können. Es werden vorhandene Kräfte auf Schwerpunkte gebündelt, weil damit der Wirkungsgrad wesentlich erhöht werden kann.

 

wissenschaftlicher Beirat

Dr. med. Bucka Klinik Westend 34537 Bad Wildungen

Dr. med. Kutzner 23795 Bad Segeberg

Prof. Dr. med. Hartung Universitätsklinikum 40225 Düsseldorf

Dr. med. Bennefeld Vital-Kliniken GmbH 33014 Bad Driburg

Dr. med. Peterson Olgabad Rehaklinik 75323 Bad Wildbad

Prof. Dr. med. Tumani Universitätsklinik 89081 Ulm

Dr. med. Gorsler Neurol. Rehaklinik 14547 Beelitz-Heilstätten

Prof. Dr. med. Pohl Helios Klinik 01896 Pulsnitz

Dr. med. Schubert SRH Wald-Klinikum 07548 Gera

Prof. Dr. med. Gold Universitätsklinik 44791 Bochum

Prof. Dr. Dr. med. Schönle MATERNUS-Klinik 32545 Bad Oeynhausen

Prof. Dr. med. Witte Klinik der FSU Jena 07747 Jena

Was ist GBS

Mehr als ein Nervenleiden

Das Guillain-Barré-Syndrom
Jährlich treten weltweit bei etwa zwei von 100.000 Menschen Lähmungserscheinungen auf, die meist nach einer Virusinfektion entstehen. Bezogen auf Deutschland sind das rund 1600 Erkrankungen im Jahr. Die Diagnose lautet dann Guillain-Barré-Syndrom, benannt nach den französischen Neurologen Georges Guillain und Jean Alexandre Barré, die diesem Nervenleiden zuerst auf die Spur gekommen sind. Dr.med. Hans Willimzig schreibt in der Zeitung AUTOIMMUN, man sei heute der Ansicht, daß derartige Nervenentzündungen in erster Linie durch Antikörper entstehen.
Das Guillain-Barré-Syndrom (GBS) kann in jedem Alter auftreten, eine Häufung zeigt sich allerdings zwischen dem 50. und 75. Lebensjahr.
Es handelt sich um eine fortschreitende Entzündung peripherer Nerven und Nervenwurzeln.
Man unterscheidet eine akute, subakute und chronische Verlaufsform.

Symptomatik und Krankheitsverlauf

Die ersten Anzeichen können Kribbeln und Gefühlsverlust in Zehen und Fingern sein. Meist entsteht zunächst ein Schweregefühl in den Beinen, das in unterschiedlich starke Lähmungen mündet. Die Arme sind meist weniger betroffen. Diffuse Schmerzen treten im Rücken, am Hals und in den Gliedern auf. Oft kann der Beginn dieser neurologischen Erkrankung nur schwer vom Abklingen grippeähnlicher Krankheiten unterschieden werden. Eines der wichtigsten diagnostischen Kriterien ist, dass bereits im Anfangsstadium des GBS die Muskelreflexe verlorengehen oder abgeschwächt werden. Auch die Hirnnerven, Atem-, Blasen- und die Zungenschlundmuskulatur können beeinträchtigt werden, so dass die Betroffenen zeitweise Hilfsmittel benötigen. Herzrhythmusstörungen mit Pulsveränderungen können die vorübergehende Verwendung eines Herzschrittmachers erfordern. Ebenso treten Schäden am vegetativen Nervensystem und Blutdruckschwankungen, oft ein ausgeprägter Blutdruckanstieg auf. Krankheitsverlauf und Dauer variieren erheblich. Bei 80 Prozent der Patienten kommt es innerhalb von drei Wochen noch zu einer Verschlechterung, in der vierten Woche wird ein Stillstand und der Übergang zur allgemeinen Besserung erreicht. Bei wenigen Patienten kann aber eine Lähmung aller Extremitäten (Beine und Arme) über Wochen und Monate anhalten. Auch der Schweregrad der Erkrankung variiert erheblich. Ein kleiner Teil der Erkrankten leidet nur an einem Taubheitsgefühl der Extremitäten sowie an allgemeiner Schwäche und kann weiter seinen täglichen Verrichtungen nachgehen.

Fast die Hälfte der Patienten ist jedoch vorübergehend gelähmt, fast ein Drittel benötigt eine künstliche Beatmung. Die Diagnose des GBS erfolgt anhand der Symptome, der Krankheitsentwicklung, elektrophysischer Untersuchungen und der Flüssigkeitsuntersuchung des Nervenwassers, um Verwechslungen mit ähnlichen Krankheiten zu vermeiden.

Vorstellungen zur Krankheitsursache

GBS tritt im Zusammenhang mit vorangegangenen Infektionen der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts auf. Meist lagen ein bis zwei Wochen vor Beginn der neurologischen Erkrankung Infektionen mit Viren, Mykoplasmen und Bakterien vor. Es wird vermutet, daß beim GBS eine der Infektionen die Immunreaktion auslöst, wodurch Strukturbestandteile des peripheren Nervensystems zerstört werden.

Behandlungsmethoden

Noch gibt es keine die Ursache betreffende Therapie, sondern nur eine symptomatische Behandlung mit immunsupressiv wirkenden Medikamenten (künstliche Unterdrückung), intravenöser Gabe von Immunglobulinen, die Entfernung von Antikörpern durch Plasmapherese oder selektive Absorption. Hierbei wird den Patienten Blutplasma entnommen, die Antikörper werden entfernt und das Blut wieder ersetzt.

Die Physiotherapie stellt einen weiteren Schwerpunkt der Behandlung dar. Die meisten Betroffenen sind nach erfolgreicher Behandlung beschwerdefrei. In manchen Fällen kann es aber auch zu dauerhafter Schwäche der betroffenen Bereiche oder gar zu Rückschlägen kommen.

© Copyright 2004 GBS-Selbsthilfegruppe e.V.

Leistungen

Unsere GBS-Selbsthilfegruppe e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, dafür zu sorgen, dass in jedem Bundesland ein bis zwei Akut-Rehakliniken eingerichtet werden. In diesen Kliniken sollen dann die aus der Intensivstation entlassenen Patienten von hierfür speziell geschultem Pflegepersonal weiterbehandelt und therapiert werden.

Wir wollen auch erreichen, dass jeder GBS-Patient die Möglichkeit erhält, einen vier- bis sechswöchigen Reha-Kuraufenthalt in Anspruch nehmen zu können.

Viele GBS-Kranke stehen nach der Entlassung aus der Klinik vor dem Nichts. Sie haben Angst vor der Zukunft und wissen oft nicht weiter. Auch hier versuchen wir zu helfen. Wenn Sie Probleme haben, z.B. bei der Beschaffung eines Behindertenausweises, Verhandlungen mit Krankenkassen, Anträge für Hilfsmittel und Kuren usw., sind wir jederzeit gerne bereit, Ihnen unterstützend behilflich zu sein.

 

Kontakt:
Bundesverband Deutsche Guillain-Barré-Syndrom-Vereinigung e.V.
De-Smit-Sraße 8
07545 Gera

Telefon: (03 65) 55 20 19 90

Bei fragen wenden Sie sich bitte an uns:

Herr Peter Schmeißer
Vorstandsvorsitzender

p.schmeisser@gbs-shg.de

Tel.: (0365) 55 20 19 91

Frau Andrea Funk
Geschäftsführender Vorstand

a.funk@gbs-shg.de

Tel.: (0365) 55 20 19 90

Frau Carolin Adler
Beratende Fachtherapeutin

c.adler@gbs-shg.de

Tel.: (0365) 4868658
Mobil: 0162/4249671

 

Das Magazin

 ... wurde von Inge und Karl-Heinz Bartel kurz nach der Gründung der GBS-Selbsthilfegruppe (1991) herausgebracht. Anfänglich ein dünnes Heft (15 Seiten), das die Aktivitäten der SHG beinhaltete, entwickelte es sich rasch zu einem Forum für Betroffene und Mediziner (Heft 1/2000). Hauptbestandteil wurden die vielen unterschiedlichen Erfahrungsberichte und die medizinischen Beiträge.

1998 bekam es dann endlich auch sein ansprechendes grafisches Gewand durch Roswitha Rösch, seitdem wurde und wird es ständig weiter entwickelt und nicht zuletzt auch von den Mitgliedern lebendig erhalten. Heute ist das GBS-Magazin eine Institution und Anwalt für die Belange von Betroffenen und ihren Angehörigen, sowie bereits ein fester Bestandteil einiger medizinischer Bibliotheken.

Inhaltsverzeichnis

Die Magazine ab Jahrgang 2011 können sie hier anschauen.

Aktuelles

 

 

Spontane Heilung - Gesund durch Gedanken13.10.2016

39. Medizinische Woche - 17. Oktober 2005

Wie jedes Jahr, nahmen wir am 31.10.2005 anlässlich der Eröffnung der 39. Medizinischen Woche im Kongresshaus Baden-Baden an einer Pressekonferenz mit dem Hauptthema: Selbstheilungsprozess teil. Auch GBS-Kranke denken an das »Gesundwerden« und an "Schmerzlinderung«.Nachfolgend ein Bericht von Beate Schweizer: Baden-Baden: Selbstheilungsprozesse sind in der wissenschaftlichen Literatur gut dokumentiert. Seit 1950 gibt es zunehmend Berichte über Spontanheilungen selbst bei schweren Erkrankungen. Derzeit sind es etwa 30 Fälle pro Jahr.

»Die Dunkelzahl ist ein Hundertfaches«, so Dokumentarfilmer Clemens Kuby, der vor zwanzig Jahren seine eigene spontane Heilung erlebte. Durch einen Unfall zunächst querschnittsgelähmt, ist er wieder fast genesen.

Zur Eröffnung der 39. Medizinischen Woche in Baden-Baden am 31. Oktober stellt er seine persönlichen Erfahrungen während dieses Selbstheilungsprozesses mit aktuellen Filmausschnitten vor.

»Der Selbstheilung sind im Prinzip keine Grenzen gesetzt, allein unser Bewusstsein setzt die Grenzen«, meint Kuby im Vorfeld der Medizinischen Woche. »Unser Gehirn kann durch geistige Aktivität Heilung bewirken, indem es durch neue Informationen Synapsen bildet, die heilende Botenstoffe an den Körper aussenden. Damit die Selbstheilungskräfte aktiviert werden, müssen die Betroffenen jedoch von der Kraft ihrer Gedanken überzeugt sein. Wenn ich zum Beispiel glaube, Krebs ist nicht heilbar, dann können im Gehirn unmöglich die Botenstoffe entstehen, die die spontane Heilung bewirken können«, so Kuby.

Der Dokumentarfilmer studierte mehrere Jahre die geistigen Heilmethoden erfahrener Schamanen und Heiler in 14 Ländern der Welt. Seine Erlebnisse hat er in dem Dokumentarfilm »Unterwegs in die nächste Dimension« sowie einem gleichnamigen Buch verarbeitet.

Heute vermittelt er dieses Wissen in Vorträgen und Seminaren. Clemens Kuby hält den Eröffnungsvortrag der 39. Medizinischen Woche in Baden-Baden unter dem Titel: »Heilung, das Wunder in uns«.

Die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Patienten steht im Mittelpunkt der 39. Medizinischen Woche vom 29. Oktober bis 3. November 2005 in Baden-Baden. Ärzte und Zahnärzte treffen sich eine Woche lang im Rahmen der Medizinischen Woche, dem weltgrößten Kongress in der Komplementärmedizin.

Das Leitthema lautet dieses Jahr »Arzt und Patient – Verantwortung und Partnerschaft«.

Veranstalter ist die Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e.V., die ein breites Spektrum an Weiterbildungen in der Komplementärmedizin bietet. Erwartet werden rund 4000 Teilnehmer, die in Kursen, Seminaren, Vorträgen und Workshops von fast 400 Referenten Einblick in die vielfältigen Therapiemöglichkeiten erhalten.

Eine Fachmesse mit 200 Ausstellern ergänzt die Informationsveranstaltungen.

Ihr Kontakt für Rückfragen:

Beate Schweizer Pressestelle 39. Medizinsche Woche Rüdigerstr. 14, 70469 Stuttgart

Tel.: 0711/8931 295, Fax: -167 Beate.Schweizer@thieme.de

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